100km 2008
Mitte Juni war es wieder soweit: Bereits zum vierten Mal startete eine Gruppe
des TSV Kerzers in der Kategorie Stafette Herren an diesem spektakulären
Laufevent. Als Änderung gegenüber dem Vorjahr bestand das Team heuer nicht nur
aus vier sondern aus fünf Mitgliedern. Auf der Suche nach einer veritablen
Verstärkung für die vier gesetzten Läufer fanden wir Bernhard Baumgartner, der
schon in der Vorbereitung mit Glanzleistungen auf sich aufmerksam machte. Am
frühen Freitagabend konnte es also losgehen und nach dem Verladen bei Hugo
fuhren wir alle nach Biel an den Start.
Bei idealen äusseren Bedingungen (kühl und trocken) ertönte für Beni um 23.00
Uhr der Startschuss, er nahm die erste Teilstrecke in Angriff. Und wie! Nur
wenige Sekunden nach den Spitzenläufern sprintete Beni in horrendem Tempo über
die Holzbrücke in Aarberg und übergab an Urs Studer. Inzwischen war Mitternacht
vorbei und die Läuferschar zog weiter in Richtung Oberramsern. Ab Lyss durfte
dann auch Hugo Schmidiger als Radbegleiter ins Geschehen eingreifen.
Verletzungsbedingt amtete er in diesem Jahr auf dem Velo als Motivator und
„Bidongeber“. Zurück zu Urs: Nach dem coupierten Teil nach Lyss spielte er auf
der abschliessenden, endlos langen Geraden seine ganze Erfahrung aus und setzte
zum Schlussspurt an.
In Oberramsern wartete Martin Siegenthaler auf seinen Einsatz. Bei den
bisherigen Ausgaben jeweils als Radbegleiter mit von der Partie, absolvierte
Sigi die dritte Laufstrecke und war entsprechend nervös, da er sein geliebtes
Bike gegen die Laufschuhe hatte eintauschen müssen. Mitten in der dunklen Nacht
nahm er aber voller Elan seine Strecke unter die Füsse. Was sich aber abseits
des Renngeschehens zur gleichen Zeit abspielte, soll hier nicht verschwiegen
werden: Als wir zurück zu unserem Begleitfahrzeug kamen, war die Zufahrtsstrasse
völlig verstopft. Nichts ging mehr, die Autos standen kreuz und quer auf diesem
einspurigen Strässchen. Phippu montierte vorsorglich seine Ausrüstung und begann
sich aufzuwärmen, weil in Kirchberg höchstwahrscheinlich nicht mehr viel Zeit
übrig bleiben würde. Derweil nahm Stephu das Verkehrsproblem in die Hand.
Souverän dirigierte er die Autokolonne auseinander, so dass auch wir nach 45
bangen Minuten endlich losfahren konnten. Nun kam der grosse Moment von unserem
langjährigen und weit herum bekannten Fahrer Bruno Roth: Mit traumwandlerischer
Sicherheit lenkte er das Auto durch jede noch so heikle Kurvenkombination und
brachte uns doch noch rechtzeitig nach Kirchberg. Gäbe es eine Wertung für die
Fahrer, Rouge hätte mit Sicherheit die gesamte Konkurrenz in den Schatten
gestellt! Nur wenige Minuten später tauchte Sigi schon im Scheinwerferlicht auf.
Als vierter Läufer übernahm nun Philipp Baechler und verschwand sogleich wieder
in der Dunkelheit. Doch dank der Stirnlampe kam er nicht vom gefürchteten
Ho-Chi-Minh-Pfad ab und lief in der einsetzenden Morgendämmerung nach Bibern.
Erstmals als Schlussläufer im Einsatz, absolvierte Stephan Leiser die
abschliessende Etappe zurück zum Eisstadion in Biel. Während wir in Büren
bereits einen Kaffee tranken, zog er mit gewohnt schnellen Schritten an uns
vorbei, das Ziel in Reichweite. Und so liefen wir nur kurze Zeit später nach 7h
18min gemeinsam über den Zielstrich. Die Freude war gross als uns der dritte
Rang in unserer Kategorie verkündet wurde. Wie wir aber später feststellen
mussten, ging wohl ein Team in der allgemeinen Hektik unter und wir wurden um
einen Platz nach hinten verschoben. Auch wenn wir dadurch das Podest um
Haaresbreite verpasst haben, schmälert dies die erbrachte Leistung aber auf
keinen Fall. Traditionsgemäss liessen wir in Aarberg beim wohlverdienten
Frühstück die Nacht Revue passieren. Sie war geprägt von allerlei
Unvorhersehbarem, einem grossartigen Erlebnis und viel Spass. Genau deshalb
werden wir auch im nächsten Jahr wieder dabei sein.
Bilder-Gallery
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Autor: |
Philipp Bächler |
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Photos: |
Patrik Walther |
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Datum: |
16. August 2008
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